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DIE KULTURTECHNIKER
Hikmet special project
Türkische Literatur & World Music
in einem elektronischen Lesekonzert
V.l.n.r.: Ralf Werner // Yama Karim // Martin M. Hahnemann // Ulas Özagac.

Hörbeispiele:

Sommer 1922
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Genosse Cevat
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Anuschka
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Istanbul
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Leitung & Komposition: Ralf Werner
Text: Nazim Hikmet „Die Romantiker“
Textmontage: Martin M. Hahnemann & Ralf Werner

Baglama Ulas Özagac (Wuppertal)
Rezitation & Voice Transformer Martin M. Hahnemann (Berlin)
Tabla & Percussion Yama Karim (Bonn)
Cello & Sampler & Live Elektronik Ralf Werner (Wuppertal/Köln)

Textrechte: Suhrkamp-Verlag/Frankfurt a.M.
Premiere: 13.11.2008 Bochum/Ruhr-Uni (innerhalb der „Buchmesse Ruhr“)

Beim Hikmet special project handelt es sich um eine moderne Vertonung zeitgenössischer türkischer Literatur in deutscher Sprache. Die Produktion beruht dem 1962 vollendeten Buch „Die Romantiker“ von Nazim Hikmet (1903-1963), in dem er die Erlebnisse während seiner politischen Arbeit in der Türkei und der Sowjetunion beschreibt.

Für das Hikmet special project wird die vom Ensemble DIE KULTURTECHNIKER seit 1995 entwickelte Form des Elektronischen Lesekonzerts herangezogen: ein gleichwertiger Dialog zwischen Musik und Sprache unter Einbeziehung modernen Sounddesigns mit Samplern, Loops und O-Tönen sowie solistisch-improvisatorischen Elementen.
Dieser Ansatz wurde im deutschsprachigen Raum mit Texten u.a. von Heinrich Böll, Heiner Müller, Arno Schmidt, Jorge Semprun und Terezia Mora präsentiert. Gleichzeitig erfolgten teils mehrsprachige Produktionen in Tourneen durch die USA, den Benelux-Ländern, Island, Ungarn, die Slowakei und Bulgarien für das Goethe-Institut und die Robert Bosch Stiftung.
Zuletzt produzierten DIE KULTURTECHNIKER im April 2008 in einer Auftragsproduktion des Westfälischen Literaturmuseums/Haus Nottbeck innerhalb des Calcutta literature project eine Vertonung zeitgenössischer indischer Literatur nach Werken von Amit Chaudhuri, die als CD innerhalb der Edition „Musikwerktstatt live“ veröffentlicht wird.

Musikalisch getragen wird die Produktion vom Saz special project. Dieses World Music Ensemble wurde anlässlich der NRW-Tage 2008 in Wuppertal gegründet. Es gestaltet am 10.10.2008 anlässlich des „Gastlands Türkei“ der Frankfurter Buchmesse den musikalischen Rahmen der „Langen Nacht der türkischen Literatur“ von Deutschlandfunk/DeutschlandRadio.

Hikmet special project
c/o:
Ralf Werner // Osterfelder Str. 7 // D-42103 Wuppertal // phone +49(0)202-2429475 // email kulturtec@t-online.de
[www.kulturtechniker.net]



Ralf Thenior: Eine "Minutengeschichte" vom 29.11.2008 nach dem Gastspiel in Dortmund

Baglama
Das elektronische Lesekonzert Hikmet special project war ein Bringer. Die Saz, das bauchige Instrument, war verkabelt, der Saitenklang kam satt aus den Speakern, die Tablas sprachen und der Mann am E-Cello groovte oriental rhythms. Ein Schauspieler las Texte von Nazim Hikmet, der im Fieber lag und im Versteck wartete, ob er den Hundebiss überlebte, weil er Kommunist war und nicht zum Arzt gehen konnte. In einem russischen Wald mit der nackten Geliebten vor einem Lagerfeuer erkennt Nazim das Abenteuer des Lebens. Hinterher saßen sie noch im „Sultan“. Der Saz-Spieler sagte: Saz heißt Instrument. Mein Instrument heißt Baglama. Ah, sagte ich, dass ist wie mit dem Wort Tschalga in Bulgarien. Sie nutzen es, um einen bestimmten Zuhälterpop zu bezeichnen, aber in Wirklichkeit heißt es Musik. Baklava ist nicht Baglama sagt der Tablaspieler.





Die Biographien der Mitwirkenden:


Ulas Özagac // Baglama

*1978 in Wuppertal. Baglama-Diplomstudium in Istanbul und Köln.
Interpret traditioneller anatolische Musik, neuer türkischer Musik und Weltmusik.
Instrumentallehrer für Baðlama (türkische Laute), Mitgründer der Schule für Weltmusik / Bamteli e.V. (www.bamteli.de) in Wuppertal.
Engagement für musikpädagogische und interkulturelle Projekte, u.a. Leiter des Programms „Baglama für alle“ mit dem NRW Kultursekretariat/Wuppertal.
CD-Aufnahmen u.a. mit Marijke & Michiel Wiesenekker „Polly Rich“.


Yama Karim // Tabla & Percussion

*1972 in Kabul, lebt seit seiner Jugend in Bonn.
Studium der klassischen Tabla in Indien u.a. bei Pandit Shankar Ghosh in Kalkutta.
Weltweite Tourneetätigkeit mit indischen und afghanischen Formationen sowie mit Flamenco-Projekten.
Zahlreiche CD-Einspielungen, u.a. Mitwirkung bei Konstantin Wecker „Alles das und mehr“.


Ralf Werner // Violoncello & Sampler & Live Elektronik

*1959 in Weimar. Musik- und Kunststudium an der Universität Duisburg. Seit 1980 Cellist und Komponist in den Bereichen New Jazz und freie Musik. Seit 1987 Theatermusiken.
1991 – 1999 Musiker und Komponist des Kölner Theaters MONTEURE (1992 ZDF-Produktion, 1994 Stregagatto-Preis für Theatermusik in Rom, 1997 Preis des Landes Thüringen, 1998 NRW-Theaterpreis) sowie u.a. an den Schauspielhäusern Bochum (1995), Bonn (1997) und Dinslaken (2000).
Seit 1995 DIE KULTURTECHNIKER (Elektronische Lesekonzerte mit dem Schauspieler Martin M. Hahnemann), u.a. Tourneen für die Heinrich-Böll-Stiftung und Goethe-Institute durch die USA, Island, Benelux, Bulgarien, Ungarn und die Slowakei.
Jazz-Auftritte u.a. mit Lee Konitz, Anthony Braxton, Peter Kowald, Joelle Leandre, Nicolas Simion, Martin Schütz und Xu Feng-Chia.
Seit 2000 World Music Jazz mit ARCHAIC POP STUFF und Calcutta special project.
Prix Acustica 1997 des WDR für das Hörstück „Endstation“. Karlsruher Hörspielpreis 1999 für das musikalische Hörspiel „Die Krähen“ (Text: Ralf Thenior). Klanginstallationen (u.a. Museum Salzwedel 1998, Living Art Museum Reykjavik 1999, PROJEKT ENDSTATION Bahnhof Köln-Deutz 1999 im Auftrag der DB AG).
Discografie: LINES IN SPACE spacelab (Risk CD 944101)
ANTHONY BRAXTON 2 compositions (hat ART CD 6086)
ARCHAIC POP STUFF & RALF THENIOR 24 Stunden auf dem Mekong (Pendragon-CD 3-934872-45-X)


Martin M. Hahnemann // Rezitation & Voice Transformer

*1966 in Germersheim/Rhein. Schauspielstudium in Bern.
Seit 1992 Engagements an der Landesbühne Wilhelmshaven (1993 – 1994), den Stadttheatern Bern und Hildesheim (seit 1995), sowie in Köln und Basel / Ensemble TheaterFalle (seit 1998).
Sommerfestspiele Ettlingen (1995) und Bad Gandersheim (1998), Kultursommer Germersheim (seit 2000).
Seit 1995 DIE KULTURTECHNIKER.
Film, Hörspiele, Performances, Synchronisation, TV (zuletzt "Ein Fall für zwei" ZDF 2010).


Dirk Groenewold // Technik

*1969 in Hagen. In Wuppertal Ausbildung zum Industriefotografen und Informatikstudium.
Seit 1994 Lichttechniker, Toningenieur und Videokünstler in zahlreichen Theaterproduktionen (u.a. Theater Monteure/Köln) mit Europa-weiten Tourneen.
Seit 1996 Digitale Bildbearbeitung, Videoproduktion und Luftbildfotografie.
Seit 1999 ständiger Mitarbeiter der Ensembles DIE KULTURTECHNIKER und ARCHAIC POP STUFF in den Bereichen Video, Licht und Fotographie, zuletzt in Sofia/Bulgarien mit Balkan.Sound.Prosa.


siehe auch:
Saz Special Project

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